Allagen
9. Dezember 2003
Erwachsene müssen Nein von Kindern
akzeptieren
Theaterpädagogin zeigt Wege auf zu mehr Selbstbewusstsein
„Kinder müssen nicht mimmer lächeln,
sie sollen auch klar und deutlich nein sagen können“, erklärt
Daniela Posada-Bangert, Theaterpädagogin, den Hintergrund ihres Kurses „Starke
Kinder“. Im Integrativen Kindergarten „Vogelnest“ in
Allagen stand in diesem Tagesseminar zwar der Nachwuchs im Mittelpunkt,
aber auch die begleitenden Mütter und Väter machten viele neue
Erfahrungen, wie sie ihre Söhne und Töchter auf dem Weg zu mehr
Selbstbewusstsein begleiten können.
Dazu gehört in erster Linie, Gefühle auszudrücken. Als
die 31jährige Kursleiterin in einem Bilderspiel dazu aufforderte,
verschiedener Gesichtsmimik eine entsprechende Situation oder eigene Erfahrung
zuzuordnen, war dies für Klein wie Groß gar nicht so leicht.
Fröhlich, glücklich, aber auch verärgert, wütend oder
ängstlich – jede/r musste seine Empfindungen ganz individuell
aus Alltagssituationen heraus beschreiben.
Neben Liedern und Tänzen kamen die Kleinen vor allem bei den Zirkusmethoden
aus sich heraus. Die harmlosen Varianten von Feuer spucken oder über
Scherben laufen „geben den totalen Selbstbewusstseins-Kick“,
erklärt Daniela Posada-Bangert diese Detail ihres Konzepts, das sie ursprünglich
für Mädchen erarbeitete, aber „auch für schüchterne
Jungen gedacht ist“. Die vielfältigen Übungen sollen spielerisch
den Sinn der Kinder dafür schärfen, wie wichtig selbstbewusstes
Auftreten ist. Und den Eltern machte sie deutlich, dass sie ihre Kinder
ernst nehmen und auch ein „Nein“ oder ein „Ich will
nicht“ akzeptieren sollen.
In einer abschließenden Gesprächsrunde gab die Theaterpädagogin
mit den Eltern Tipps, wie sie die Erfahrungen des Tages im Alltag umsetzen
können. „Durch Lob, Gespräche, Zärtlichkeit und seelischen
Beistand werden Kinder stark. Freuen Sie sich, wenn Ihr Kind selbstbewusst
und eigenwillig ist“, machte Daniela Posada-Bangert in ihrem Kurs deutlich.
(sub) |